{"id":2010,"date":"2026-04-28T16:45:03","date_gmt":"2026-04-28T16:45:03","guid":{"rendered":"https:\/\/feldbahn.org\/?page_id=2010"},"modified":"2026-04-28T16:45:03","modified_gmt":"2026-04-28T16:45:03","slug":"billerbeck-billerbecker-ringofenziegelei","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/feldbahn.org\/?page_id=2010","title":{"rendered":"Billerbeck, Billerbecker Ringofenziegelei"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"block-e15f0383-cf5e-4dfc-831d-f3a23134b175\">Billerbeck: Billerbecker Ringofenziegelei, Ing. Hubert Ahlers<\/h2>\n\n\n\n<p id=\"block-913a439d-a5d7-46aa-8f26-d1b86f13b10a\">Der Landwirt Heinrich Gehrmann gr\u00fcndete 1860 eine Feldbrand-Ziegelei. Einzig nachweisbares Geb\u00e4ude ist das 1. Geschoss des heute noch vorhandenen Pressenhauses. In sp\u00e4terer Zeit, vermutlich bis zum wirtschaftlichen Niedergang im Jahre 1905, wurde ein Ringofen gebaut, der mit Schubkarren be- und entladen wurde. Der Ton wurde mit Lehmspaten von Hand auf den umgrenzenden \u00c4ckern gewonnen. Auf sogenannten &#8222;Bindfadengleis&#8220; mit einer Spurweite von ca. 400 mm wurde der Rohstoff auf h\u00f6lzernen Wagen mit Menschen oder Pferdekraft zur Ziegelei bef\u00f6rdert. Die Lehmm\u00e4chtigkeit betrug selten \u00fcber einem Meter. Der Ton wurde in einem Kollergang mit Pferdeg\u00f6pel f\u00fcr die Produktion vorbereitet. Die Steine wurden im Handstrichverfahren geformt und in einem Feldbrandofen mit Holz, dass zwischen die auf L\u00fccke gestapelten Rohlinge gesteckt wurde, gebrannt. Nach dem fr\u00fchen Lehmabbau auf seinem, der Ziegelei gegen\u00fcberliegenden Grundst\u00fcck, baute Gehrmann aus selbst produzierten Ziegeln ein neues landwirtschaftliches Anwesen. In dem Anwesen entstanden auch St\u00e4lle f\u00fcr Pferde, die u.a. die Loren zogen.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"block-80da619a-b6cd-431a-bdfc-ef7a079b7e2d\">1905 gab Gehrmann das Unternehmen aus wirtschaftlichen Gr\u00fcnden auf und verkaufte dieses an die Gastwirtschaft und Brennerei Hubert Ahlers und die Molkerei Suwelak. Es ist anzunehmen, dass die Ziegelei zunehmend mechanisiert wurde. U.a. wurden ab ca. 1905 f\u00fcr die F\u00f6rderung der Rohstoffe 600mm-Feldbahngleise und Stahlmuldenkipper angeschafft. Die F\u00f6rderung erfolgte weiterhin mit Pferden.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"block-1f9c3082-6d3d-41d8-9207-9609b8f1e3a6\">1927 verlie\u00df Suwelack das Unternehmen und Hubert Ahlers, sp\u00e4ter sein Sohn Edmund Ahlers, mechanisierten die Ziegelei weiter. 1927 wurde eine Dampfmaschine angeschafft, f\u00fcr die eigens ein Kesselhaus mit st\u00e4hlernem Schornstein gebaut wurde. Zu dieser Zeit wurde vermutlich ein neuer Kollergang gebaut, zu dem das Pressenhaus um ein Geschoss erweitert wurde. Die Beschickung des Kollerganges erfolgte von S\u00fcden \u00fcber eine Rampe zum Obergeschoss, auf das die Loren mit einem Seilzug hochgezogen wurden.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"block-99637fbb-23b8-48ab-a364-bf226526a1cf\">In den drei\u00dfiger Jahren stellte sich eine Bl\u00fctezeit f\u00fcr die Ziegelei ein. Es waren in der Hauptsaison, d.h. ab 01.04. jeden Jahres ca. 30 Mitarbeiter besch\u00e4ftigt, davon ca. 5 Wanderziegler aus dem Lipperland, aber auch \u00fcber lange Zeit ein Wandlerziegler aus L\u00fctgendortmund. Die Wandlerziegler hatten \u00dcbernachtungsm\u00f6glichkeiten im Bauernhaus. Um die Ziegelei herum entstanden vor dem 2. Weltkrieg die ersten Arbeiterwohnh\u00e4user. Wartezeiten w\u00e4hrend des Brennens \u00fcberbr\u00fcckten sich die Bediener des Ringofens gerne mit Schnaps und Kartenspiel.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"block-491f3d31-1b9a-406f-a5a0-8240d085f66b\">Im Zweiten Weltkrieg kam die Ziegelproduktion wegen Arbeitskr\u00e4ftemangel zum Stillstand. 1940 wurde die Dampfmaschine von der Wehrmacht eingenommen und kehrte nie zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"block-c47ba9bf-3ffe-4560-9aa6-84d51d034e52\">1945 wurde die Produktion wieder aufgenommen. Es stellte sich nach einer erneuten Modernisierung eine erneute Bl\u00fctezeit ein. Mit der Elektrifizierung des Umlandes wurden elektrische Antriebe f\u00fcr die Maschinen eingef\u00fchrt.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"block-5baa50d3-61ff-4f87-83b4-0908319dd91c\">Der Lehmtransport erfolgte wiederum mit Pferd und Loren. Eine der Lehmgruben befand sich s\u00fcdwestlich der Ziegelei an der Eisenbahn und bestand im Wesentlichen aus sandigem Ton in einer M\u00e4chtigkeit von mehreren Metern. Eine weitere Grube befand sich nord\u00f6stlich, auf einem H\u00fcgel direkt hinter den Wohnh\u00e4usern, und lieferte in einer M\u00e4chtigkeit von ca. einem Meter einen lehmigen Ton. Die Tone beider Gruben wurden per Hand abgebaut und im Kollergang gemischt. Zwischen 1945 und 1949 (Eintritt Herr Dreesemann) wurde eine Feldbahnlokomotive Fabr. Hatlapa, Typ Junior mit ca. 5PS mit dunkler Farbgebung (schwarz oder blau) angeschafft. Die Lokomotive war in der Lage, 1 beladene Lore von der n\u00f6rdlichen Grube und 2 beladene Loren von der s\u00fcdlichen Grube zu bef\u00f6rdern.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"block-145f580f-b6ff-438c-a242-3ba7af6bb3e7\">Ca. 1955 wurde nordwestlich hinter der bestehenden Grube eine dritte Grube aufgeschlossen, die lehmigen, mit Mergelstein versetzten Ton freilegte. F\u00fcr die F\u00f6rderung des Tones wurde zeitgleich ein fabrikneuer Eimerkettenbagger auf Breitspurgleis angeschafft. Zeitgleich wurde f\u00fcr den Lehmtransport auch eine weitere, vermutlich gr\u00fcn lackierte Lokomotive des Fabrikats Hatlapa, Typ 9, mit ca. 10 PS, fabrikneu angeschafft. Der Sitz dieser Lokomotive war seitlich angeordnet. Die gr\u00f6\u00dfere Lokomotive war in der Lage, 2 beladene Loren von der bergseitigen Grube und 4 beladene Loren von der talseitigen Grube zu schleppen. Die kleinere Lok wurde seitdem vorwiegend f\u00fcr Verschubarbeiten innerhalb der Ziegelei, z.B. zwischen der Strangpresse und dem Trockenschuppen eingesetzt.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"block-20abb29b-f97b-4f97-a6cb-3f407d719d56\">In der Zeit von 1950 bis 1960 wurden durchschnittlich 20 Mitarbeiter f\u00fcr die Ziegelproduktion ben\u00f6tigt. Unter den Arbeitern befanden sich nur noch wenige Wandlerziegler, daf\u00fcr vermehrt Fl\u00fcchtlinge aus dem Osten. Von Weihnachten bis in den M\u00e4rz hinein herrschte Betriebsruhe auf der Ziegelei. Nur wenige Arbeiter waren in dieser Zeit mit dem Verladen gebrannter Ziegelsteine besch\u00e4ftigt.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"block-41a8f310-a4be-472a-a919-d039d5898f38\">Weiteres Merkmal des letzten Modernisierungsschubes war der Einbau eines k\u00fcnstlichen Trocknungskanals. Die Abw\u00e4rme des Ofens wurde \u00fcber ein Gebl\u00e4se durch einen Trocknungskanal gef\u00fchrt und trocknete so wesentlich schneller die Steine, als dies mit den bisherigen nat\u00fcrlichen Verfahren m\u00f6glich war. Diese Anlage, aufgebaut von belgischen Technikern, hat sich jedoch nie bew\u00e4hrt, da die Steine zu schnell und zu hei\u00df getrocknet und durch Risse unbrauchbar wurden.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"block-243d28b3-be05-4665-adf1-b45ec7f6b9cd\">Heute sind auf der gegen\u00fcberliegenden Stra\u00dfenseite noch ehemalige Trockenschuppen vorhanden, die mit einer Wandverschalung versehen als Ger\u00e4teschuppen genutzt werden. Weiterhin ist das ehemalige Pressenhaus in umgebauter Form noch vorhanden und wird ebenfalls vom gegen\u00fcberliegendem Landwirt als Maschinenhalle genutzt. Hier befinden sich noch heute Fundamente des maschinenbetriebenen Kollenganges.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"block-3920df35-0ad0-40eb-9f3c-e34f3b7fdc4b\">Fahrzeuge der Ziegelei Ahlers in Billerbeck:<\/h2>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table><thead><tr><th>Bild<\/th><th>Hersteller<\/th><th>Fabr.Nr.<\/th><th>Baujahr<\/th><th>Bauart<\/th><th>Typ<\/th><th>Leistung\/PS<\/th><th>Gewicht\/kg<\/th><th>Einsatzgeschichte<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>&nbsp;<\/td><td>&nbsp;<\/td><td>&nbsp;<\/td><td>&nbsp;<\/td><td>&nbsp;<\/td><td>Pferd<\/td><td>1<\/td><td>&nbsp;<\/td><td>Pferdebetrieb bis ca. 1945<\/td><\/tr><tr><td>&nbsp;<\/td><td>Hatlapa<\/td><td>&nbsp;<\/td><td>&nbsp;<\/td><td>Bdm<\/td><td>Junior<\/td><td>6<\/td><td>800<\/td><td>Neu beschafft um 1945, sp\u00e4ter vermutlich verschrottet<\/td><\/tr><tr><td>&nbsp;<\/td><td>Hatlapa<\/td><td>&nbsp;<\/td><td>&nbsp;<\/td><td>Bdm<\/td><td>9\/12<\/td><td>10<\/td><td>2000<\/td><td>Neu beschafft um 1950, sp\u00e4ter vermutlich verschrottet<\/td><\/tr><tr><td>&nbsp;<\/td><td>&nbsp;<\/td><td>&nbsp;<\/td><td>&nbsp;<\/td><td>&nbsp;<\/td><td>Kipploren<\/td><td>&nbsp;<\/td><td>&nbsp;<\/td><td>0,5 bis 0,75 cbm Inhalt<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><figcaption class=\"wp-element-caption\"><strong>Erl\u00e4uterungen zu Spalte Bauart:<\/strong><br>B= zweiachsig, gekuppelte Achsen<br>dm= Dieselmotor, mechanisches Schaltgetriebe<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"350\" height=\"229\" src=\"https:\/\/feldbahn.org\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/spu_ah1-f6955ba1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-603\" srcset=\"https:\/\/feldbahn.org\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/spu_ah1-f6955ba1.jpg 350w, https:\/\/feldbahn.org\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/spu_ah1-f6955ba1-300x196.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Ziegelei von S\u00fcd nach Nord, um 1930. (Foto: Slg. Verneuer)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"350\" height=\"229\" src=\"https:\/\/feldbahn.org\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/spu_ah2-d04ef4f6.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-606\" srcset=\"https:\/\/feldbahn.org\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/spu_ah2-d04ef4f6.jpg 350w, https:\/\/feldbahn.org\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/spu_ah2-d04ef4f6-300x196.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Luftbild um 1955. (Foto: Slg. Verneuer)<\/figcaption><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Billerbeck: Billerbecker Ringofenziegelei, Ing. Hubert Ahlers Der Landwirt Heinrich Gehrmann gr\u00fcndete 1860 eine Feldbrand-Ziegelei. Einzig nachweisbares Geb\u00e4ude ist das 1. 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